Die kontrollierte Zwischenphase

In meinem letzten Artikel ging es um die erste Trauerphase, die häufig auch Schockphase genannt wird. In meinem heutigen Blogeintrag geht es um die zweite Phase der Trauer, die bei vielen Autoren als kontrollierte Zwischenphase bezeichnet wird. Nach dem Tod eines geliebten und nahestehenden Menschen sind die Trauernden erst einmal abgelenkt, denn es gibt sehr viel zu bedenken. Die Wellen der Trauer und des Schmerzes, die sie niederringen wollen, müssen mit aller Kraft bezwungen werden, um die Zeit bis zur Trauerfeier zu überstehen. Viele Hinterbliebene sprechen davon, dass ihnen die Phase nach dem ersten Schock bis zur Trauerfeier wie eine Zwischenphase vorkommt, in der sie selbst nicht mehr am Leben teilhaben und alles, was um sie herum geschieht, als unwirklich erleben. Wir schauen erneut in die Aufzeichnungen des 60-jährigen Pfarrers, der seine geliebte Frau verloren hat: Ich werde in dieser Phase abgelenkt. Ich muss so vieles organisieren, ich funktioniere wie am Schnürchen. Ich erlebe das alles ziemlich unbeteiligt – wie ein Zuschauer. Man ist tot, mein ICH ist tot, leer zumindest; ich empfinde sogar Gleichgültigkeit! Es ist doch alles nicht mehr wichtig. Was ist mit „Von guten Mächten wunderbar geborgen“? Dann eher schon: „Mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ Für Hinterbliebene ist es in dieser Zeit, da ihre Seele Schwerstarbeit leisten muss, besonders wichtig, Unterstützung und Hilfe zu erfahren. Es wäre unbarmherzig, sie jetzt in irgendeiner Form zu etwas zu drängen. Die Erledigung der Formalitäten kann ein Bestatter übernehmen. Um die seelsorgerliche Begleitung kümmern sich Pfarrerin oder Pfarrer; sie gestalten auch die Trauerfeier und halten die Trauerrede. Bei kirchenfernen Menschen übernehmen Trauerbegleiter und Trauerredner diese Aufgaben. Sie geben...

Phasen der Trauer

Wer einen geliebten Menschen verliert, durchlebt verschiedene Phasen der Trauer. Wenn eine Beziehung zerbricht, wenn wir etwas verlieren, an dem unser Herz hängt, dann tut sich ein Abgrund auf, über den keine Brücke zu führen scheint. Besonders erschüttert sind wir, wenn wir einen uns vertrauten oder bekannten Menschen an den Tod verlieren. Es tut sehr weh, Abschied nehmen zu müssen. Trauer ist eine Reaktion auf den Verlust, die viele Gesichter hat. Dabei sind Weinen und Schluchzen nur eine der vielen Ausdrucksformen der Trauer. Sie kann auch hinter Erschöpfung, Apathie, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und Wut verborgen sein. Trauer löst wechselnde Gefühlszustände aus, die Trauernden Angst machen und die sie auch sehr einsam machen können. Denn selbst nahestehende Menschen sind oft überfordert und reagieren mit gutgemeinten Ratschlägen, die für die Betroffenen wenig hilfreich sind. Jetzt den Artikel anhören http://www.trauerrede-berlin.de/wp-content/uploads/2016/09/Trauerphasen1.mp3 Phasen der Trauer – Die Schockphase Trauer ist kein Zustand, sondern ein Prozess. Es gibt keine Regeln, aber viele Erfahrungen anderer. Gemeinhin wird der Trauerprozess in verschiedene Phasen eingeteilt, von denen die erste häufig als Schockphase oder als Phase des Nichtwahrhabenwollens bezeichnet wird. Betroffene sprechen davon, dass ihnen der Tod eines geliebten Menschen den Boden unter den Füßen wegzieht, dass sie sich wie amputiert fühlen, oder dass sie das Gefühl haben, der geliebte Mensch müsse doch gleich zur Tür hereinkommen. Die Schockphase kann Wochen oder auch Jahre dauern. Es ist die Phase der aufbrechenden chaotischen Emotionen. Aufzeichnungen eines Pfarrers, dessen Frau mit 57 Jahren nach langer Krankheit verstorben ist: Alle Details rütteln erneut an meiner mühsam gewonnen Fassung: Da ist die Küchenmaschine, da sind die Lebensmittel, die Medikamente … Und dann die Bilder....